Vor der LEA-Entscheidung: Freie Demokraten diskutieren über Integration in Ellwangen

Inzwischen ist der offene Ellwanger Themenstammtisch der Freien Demokarten zu einer festen Einrichtung des Gesprächs und politischen Austauschs in der Stadt geworden. Jenseits von offiziel-len Gremienberatungen werden persönliche Begegnungen und der informale Gedankenaustausch verstärkt. Meist berichtet ein Gast aus beruflicher Erfahrung oder persönlichem Engagement zu einem politischen Thema.

Am letzten Dienstag war Frau Olga Krasniqi vom Integrationsbüro zu Gast und berichtete über die Integrationsarbeit der Stadt Ellwangen. Konkrete Maßnahmen werden in der Regel über Projekte realisiert. Die meisten vom Integrationsbüro unter Leitung des Integrationsbeauftragten Herrn Schäfer initiierten Projekte sind inzwischen in den städtischen Haushalt aufgenommen. Förderer der Projekte sind die Baden-Württemberg Stiftung, der Europäische Sozialfond sowie Land und Bund. Wichtige Partner sind soziale Einrichtungen, Kirchen und vor allem Ehrenamtliche, ohne die viele Herausforderungen nicht zu stemmen wären.

 

Zurzeit betreut Frau Krasniqi sechs Projekte. Eines davon ist das Stadtfest „Ellwangen ist bunt – eine Welt für alle“, das in 2018 zum zweiten Mal von einem kollegialen Team auf die Beine gestellt wurde und ein langes Sommerwochenende buntes Leben in die Stadt brachte. Kürzlich neu eröff-net wurde der Bewerbungspoint in der seit drei Jahren bestehenden Lernwerkstatt auf dem ehe-maligen Kasernengelände. Bewerbungspoint ist eine Gemeinschaftsinitiative der Stadt Ellwangen mit AJO e.V. (Aktion Jugendberufshilfe im Ostalbkreis). Hier gibt es Information und Unterstützung bei der beruflichen Integration, unabhängig vom Aufenthaltsstatus – also auch für die Bewohne-rInnen der benachbarten LEA. Unternehmen, die Arbeits- und Ausbildungsplätze anbieten wollen, sind ebenso willkommen wie interessierte BürgerInnen. Ein weiterer Ansatz ihrer Arbeit ist der ehrenamtliche Dolmetscher Pool, der sprachkundige Bürger der Region zur Begleitung bei Behör-den- und Arztgängen organisiert.

In Ellwangen sind mehr als 90 Nationen durch rund 2190 ausländische MitbürgerInnen vertreten. Zudem leben in der LEA rund 450 Menschen aus 26 Ländern. In Ostwürttemberg liegt die Integrati-onsquote hoch. Seit 2016 konnten 115 Geflüchtete in eine sozialversicherungspflichtige Beschäfti-gung integriert werden, 46 Geflüchtete haben eine duale bzw. schulische Ausbildung begonnen und sechs nahmen ein duales Studium auf. Neben diesen Erfolgen konnten im Rahmen des per-sönlichen Gesprächs auch kritische Gedanken ausgetauscht werden. Frau Krasniqi spricht sich auf-grund ihrer Erfahrung dafür aus, von Flüchtlingen mehr Eigenengagement einzufordern. Die Integ-rationsmassnahmen in Kanada könnten als Beispiel dienen.

Sehr am Herzen liegt Frau Krasniqi auch der Frauenrat Ellwangen. Hierzu wurde die Idee vorge-schlagen, den Frauenrat in der kommenden Ratsperiode zu einem gewählten Organ weiterzuent-wickeln nach dem Vorbild von Senioren- oder Jugendräten. Auf dieser Basis  kann der Rat künftig den Gemeinderat zu frauenpolitischen Themen beraten.
Die Teilnehmer des Stammtisches nehmen viele Anregungen auf und sehen mit Aufmerksamkeit der kommenden Diskussion zur Verlängerung des LEA-Vertrages im Gemeinderat entgegen.

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