Freie Demokraten beraten über Konzept für einen Hochschulstandort Ellwangen

Beim monatlichen offenen Ellwanger Stammtisch der Freien Demokraten ging es im September um die Entwicklung eines Konzeptes für einen Hochschulstandort Ellwangen. Der strategische Ansatz für die engagierte Diskussion der Teilnehmer war es, die Stärken der Stadt aufzugreifen und fortzuentwickeln.

Die ländliche Gemeinde Ellwangen in der hügeligen Landschaft der Ostalb mit Streuobstwiesen, Feldern und Wäl-dern, gemütlichen Orten und verwurzelten Menschen hat in der Nachbarschaft Weltkonzerne, deren hochquali-fizierte Mitarbeiter Innovationen über den Stand der Technik hinausentwickeln. Im naturnäheren Lebensraum treten Probleme der dichtbevölkerten Städte wie Luftverschmutzungen oder Lärm abgemildert auf. In der Nähe gibt es eine erfolgreiche Hochschule für technische Fächer. Welches ist der komplementäre Ansatz, der diese Stärke ergänzt und sich nahtlos einfügt?

Im Landratsamt auf dem Ellwanger Schloss werden jedes Jahr Fachwarte für Obst- und Gartenbau ausgebildet, die das ökologische Wissen in zahlreiche Vereine weitertragen und sich für die Landschaftspflege einsetzen. Land-wirtschaft, Lebensmittel, sanfter Tourismus ergänzen das Themenspektrum. Und noch eine Stärke hat Ellwangen einzubringen: die Ausbildung der Pflegeberufe, die künftig weiter steigende fachliche Qualifikationen erfordert zwischen Organisation, Technik und menschlicher Zuwendung.
 
Was liegt näher, als die konstruktiven Impulse der Landesgartenschau aufzugreifen und auf dem Konversionsge-lände eine Hochschuleinrichtung für die „weichen“ Zukunfts-Themen anzustreben, deren Kristallisationskeim eine Hochschule für Gartenbau nach dem Vorbild von Veitshöchheim oder Hohenheim wäre? Unvermeidlich diskutierten die Teilnehmer auch über die Verknüpfung von Landesgartenschau mit der LEA. Da-bei stellte sich die Frage, welchen Nutzen eine  Abstimmung für oder gegen eine Vertragsverlängerung über die LEA haben kann auch im Hinblick darauf, dass nicht vom Gemeinderat entschieden wird, ob plötzlich wieder Kriegsflüchtlinge in großer Zahl kommen, für die dann schnell Unterkünfte bereitgestellt werden müssen.

Das bürgerschaftliche Engagement, die Hilfsbereitschaft und die Resilienz gegen extremistische Vereinnahmung von rechts und links ist auch eine Stärke der ländlichen, kleiner strukturierten  Gemeinschaft im Ostalbkreis.  Dabei ärgerten sich die Gäste über die semantische Verwirrung durch das Wort „Flüchtlinge“, was Kriegsflüchtlin-ge in großer Not impliziert, denen man gern Schutz und Solidarität gewährt. Tatsächlich aber werden Anwohnern und Stadt ganz andere soziale Probleme langjährig untergeschoben.

Angesichts dieser Zumutungen müsse mehr her als ein kleiner Zuschuss zu einer Gartenschau.  Fällig wäre ein politisches Bekenntnis in einer überzeugenden Dimension, die die Belastungen kompensieren kann. Die Teilneh-mer der Diskussion bei den Freien Demokraten möchten den Ellwanger Gemeinderat und die Stadtverwaltung ermuntern im Interesse der Stadt die Verhandlungen zur LEA mit dem Land energisch und ergebnisoffen zu füh-ren ohne Vorfestlegung durch eine Abstimmung.

Land und Bund können der Stadt bei der Finanzierung von Gartenschau, Stadthalle und einer Hochschuleinrich-tung unter die Arme greifen.  An der Stadt liege es, das Konzept zur ihrer Entfaltung fortzuschreiben. Die Ellwan-ger Freien Demokraten werden einen Antrag für die weitere Diskussion einer Hochschuleinrichtung in die kom-mende Kreismitgliederversammlung einbringen.
 
Der nächste offene Ellwanger Stammtisch der Freien Demokraten findet am Dienstag, 30.10.2018, ab 19 Uhr im Gasthaus Kanne statt. Auch Interessenten sind herzlich eingeladen.

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