Pflegefachberufe beim Ellwanger Stammtisch der Freien Demokraten

Beim Ellwanger Stammtisch der Freien Demokraten ging es diesmal um Pflegefachberufe. Die stellvertretende Schulleiterin an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule an der St. Anna-Virngrund-Klinik, Frau Joana Ruf war am 27.03.2018 zu Gast und berichtete über die Situation der Ausbildung.

 

Aufgrund der demographischen Entwicklung wird immer mehr professionelle Betreuung Pflegebedürftiger notwendig. Der medizinische Fortschritt, der Einsatz von zunehmend komplexen Medizinprodukten, die Verfügbarkeit von technischen Alltagshilfen und die Umsetzung moderner Pflegekonzepte erfordern von den Pflegekräften eine immer höhere Qualifizierung. Gegenwärtig ist die Ausbildung in verschiedene Berufsbilder mit jeweils unterschiedlichen Regelwerken zersplittert. Altenpfleger, Kinderkrankenpflege, Erwachsenenpfleger und Heilerziehungspfleger lernen nach unterschiedlichen Lehrplänen. Weiterhin werden Pflegehelfer in jedem Bundesland unterschiedlich ausgebildet, in Ellwangen starten am 1. April fünfzehn neue Pflegehelfer ihre Ausbildung.

 

 

Vor diesem Hintergrund plädiert Frau Ruf für einen Akademisierung der Ausbildung mit anerkannten Bachelor-Abschlüssen, die die Grundausbildung der ersten 3 Jahre zusammenführt und erst danach eine Spezialisierung vorsieht.

 

Im Zusammenhang mit der organisatorischen Zersplitterung der Berufe steht die fehlende berufsständische Vertretung in politischen Gremien. Dadurch kommen Erfahrungen aus der Pflegepraxis in der Politik nicht an. Statistische Daten, z.B. wieviel Pflegekräfte in Deutschland überhaupt vorhanden sind, um die im Koalitionsvertrag versprochenen 8000 Pflegestellen auszufüllen, liegen nicht vor. Hier wünscht sich Frau Ruf eine Bundespflegekammer, die sich um Qualität und Planung der Pflege kümmert.

 

Auch mahnt sie eine angemessenere Wertschätzung der Pflege durch die Medien und die Gesellschaft an. Pflege sei eben gerade nicht nur Zähneputzen und Windeln wechseln, sie muss den ganzen Menschen sehen im Zusammenwirken von psychologischen, sozialen, medizinischen, technischen und organisatorischen Aspekten.

Die Freien Demokraten nehmen viele Anregungen aus dem Gespräch auf und wollen die Diskussion auch in den Bundesparteitag im Mai in Berlin hineintragen.