Masernausbruch auf der Ostalb verhindern

Der Ostalbkreis ist bei Masernimpfungen Schlusslicht in Baden-Württemberg. Die Masernimpfquote liegt bei Erstimpfungen mit 68,3% deutlich unter dem Bundesschnitt von 81,1% und sinkt weiter, wie der Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung zeigte. Die Freien Demokraten fordern daher eine Initiative, um den Trend im Ostalbkreis umzukehren.

Der Fall der 6-jährigen Aliana aus Hessen, die diese Woche an den Spätfolgen einer Maserninfektion verstarb, zeigt die Gefährlichkeit von Masern. Laut einer dpa-Meldung hat sich das Mädchen im Alter von 3 Monaten mit Masern infiziert. Ihre Mutter ging Ende 2015 an die Öffentlichkeit, um andere Frauen mit Kinderwunsch auf die Wichtigkeit einer Masernimpfung vor einer Schwangerschaft aufmerksam zu machen.

 

 

 

Bereits am 16. Oktober 2016 hat der Kreisvorstand der Freien Demokraten Ostalb einen Maßnahmenkatalog beschlossen, um die Masernimpfquote im Ostalbkreis zu erhöhen. Vor allem sollen Eltern besser informiert und an die Masernimpfung ihres Kindes erinnert werden. Eine Impfpflicht lehnen die Freien Demokraten ab. Vielmehr müsse im Ostalbkreis eine konzertierte Aktion angestoßen werden, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Entscheidungen für sich und ihre Kinder faktenbasiert treffen können.

 

 

 

Dabei unterstützen die Freien Demokraten die Vision der WHO, die Masernkrankheit weltweit zu besiegen. „Die medizinischen Vorsorgemöglichkeiten waren zu keiner Zeit besser als heute und Impfungen sind ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge“, so Rainer Braun, Gesundheitsexperte der Freien Demokraten. „In Europa wollte die WHO die Masernkrankheit bis 2015 besiegen, was nicht gelungen ist.  Auch wir vor Ort haben dies leider nicht erreicht. Im Ostalbkreis hat nur jedes zweite Kind auch eine zweite notwendige Masernimpfung erhalten.“

 

 

 

Der Kreisvorsitzende Christian Felix Müller ruft vor diesem Hintergrund alle relevanten Partner im Gesundheitswesen des Ostalbkreises auf, einen Masterplan zu entwickeln, wie der Trend umgekehrt und ein masernfreies Deutschland erreicht werden kann. „Jetzt sind alle relevanten Player gefragt: Das Gesundheitsamt, Kostenträger, niedergelassene Kinderärzte, Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen. Der Zugang zu Impfungen ist kostenlos und die ärztliche Versorgung im Ostalbkreis ist flächendeckend gut. Wenn dieses Angebot nicht in Anspruch genommen wird, hat dies Ursachen. Diese müssen analysiert und Maßnahmen dagegen ergriffen werden. Der Ostalbkreis darf nicht Schlusslicht sein, vor allem nicht beim Schutz unserer Kinder vor potentiell tödlichen Krankheiten. In Baden-Württemberg ist nur im Ostalbkreis die Impfquote durchgängig fallend. Damit kann man den Ostalbkreis klar als Schlusslicht im Kampf gegen Masern in Baden-Württemberg bezeichnen.“

 

 

 

Quelle:

 

http://www.versorgungsatlas.de/fileadmin/ziva_docs/76/VA-76-Masern_Bericht_V3_1.pdf