Erfolgsgeschichte auf dem Gügling

FDP-Spitzenkandidat Dr. Hans-Ulrich Rülke besucht gemeinsam mit Landtagskandidatin Dr. Julia Frank die Firma Aerocom
FDP-Spitzenkandidat Dr. Hans-Ulrich Rülke besucht gemeinsam mit Landtagskandidatin Dr. Julia Frank die Firma Aerocom

Wie schafft es eine vergleichsweise kleine Firma, auf ihrem Gebiet Weltmarktführer zu werden? Einen solchen „Hidden Champion“ von innen her kennen lernen – dazu hatte Dr. Hans-Ulrich Rülke gestern die gern wahrgenommene Gelegenheit. Der Fraktionsvorsitzende der Liberalen im Stuttgarter Landtag und Spitzenkandidat der FDP besuchte zusammen mit der FDP-Landtagskandidatin für den Wahlkreis Schwäbisch Gmünd, Dr. Julia Frank, die Firma Aerocom auf dem Gügling, die sich auf die Fertigung und den Vertrieb von Rohrpostanlagen spezialisiert hat.

Geschäftsführer und Inhaber Dr. Wolfram Pfitzer wies eingangs darauf hin, dass Rohrpostanlagen auf eine rd. 160-jährige Geschichte zurückblicken können. Die erste Anlage ging Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in London in Betrieb, um die Jahrhundertwende hatten die meisten Metropolen Europas große Systeme im Einsatz, die im Endausbau mehrere hundert Kilometer Gesamtlänge erreichen konnten. Um die Mitte des letzten Jahrhunderts wurden die großen Stadtsysteme aus Rentabilitätsgründen nach und nach außer Betrieb gesetzt. Heute begrenzt sich der Einsatzbereich auf große Gebäude bzw. Gebäudekomplexe.

 

Die Firma Aerocom wurde 1956  unter dem Namen „Aeropost“ im heutigen Rommelshausen gegründet. Durch die erstmalige Verwendung von Kunststoff- statt der bis dahin ausschließlich eingesetzten Metallrohren im Jahr 1959 hatte sie schon bald einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Als sie Mitte der 1990-er Jahre in eine finanzielle Schieflage geriet, übernahm Dr. Pfitzer, der seit 1981als Geschäftsführer die Firma geleitet hatte, im Jahr 1996 in einem „Management-Buy-Out“ die Gesellschafteranteile von den Vorbesitzern und benannte die Firma in ihren heutigen Namen um.  2001 fand der Umzug von Rommelshausen auf den Gügling in einen Neubau statt, der für die Expansionserfordernisse entscheidend besser geeignet war. Angetrieben durch kontinuierliche Produktinnovationen und den Aufbau eines weltweiten Netzes von Vertriebs- und Servicepartnern – in wesentlichen Märkten auch durch eigene Tochtergesellschaften - wuchs die Firma zu heutiger Größe und zur Weltmarktführerschaft. Nachdrücklich und mit eindrucksvollen Beispielen verwies Dr. Pfitzer auf die Bedeutung von kompetenten und hochmotivierten Mitarbeitern auf allen Ebenen hin, die allein der Schlüssel für diese Erfolgsgeschichte seien. Die deutsche Bürokratie erweise sich dagegen bisweilen als Hemmschuh; so sei die Eroberung einiger osteuropäischer Märkte nur von Österreich aus gelungen, wo er zügige und unbürokratische Hilfen erfahren habe.

 

Womit er bei den liberalen Politikern offene Türen einrannte: hervorragende Bildung und Ausbildung sowie Entbürokratisierung sind wesentliche Bestandteile liberaler Wirtschaftspolitik, die für Klein- und Mittelbetriebe u. U. eine größere Hilfestellung darstellten als die mit hohem bürokratischen Aufwand verbundene Gewährung von  Fördermitteln. Dass ein Unternehmen mit weltweitem Vertriebs- und Servicenetz auf eine funktionierende und wettbewerbsfähige Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur angewiesen sei, brauche nicht gesondert erwähnt zu werden; hier herrsche im Ostalbkreis noch ein Nachholbedarf.

 

Schulen in die Freiheit entlassen

 

FDP-Landtagskandidatin Dr. Julia Frank auf Informationsbesuch bei Mozartschule

 

 

 

Schwäbisch Gmünd (pm) In keiner Periode der Nachkriegszeit hat sich die Schullandschaft in Baden-Württemberg so revolutionär verändert wie in den vergangenen Jahren, was zu heftigen politischen Kontroversen zwischen den politischen Lagern führte. Inzwischen liegen erste Erfahrungen mit Gemeinschaftsschulen vor. FDP-Landtagskandidatin Dr. Julia Frank hat sich zur Aufgabe gemacht, vor Ort einen unmittelbaren Eindruck zu gewinnen, um die Basis für eine ideologiefreie Bewertung und Weiterentwicklung zu schaffen.

 

 

Erste Anlaufstelle war die Mozartschule in Hussenhofen, seit diesem Schuljahr Gemeinschaftsschule, beginnend mit 5. Für die Schülerinnen der Grundschule ändert sich nichts, sie besuchen weiterhin eine Grundschule mit offenem Ganztagesangebot.  Die Klassen 6 bis 10 der Werkrealschule werden in bisheriger Form zu Ende geführt.  Rektor Alexander May sowie Konrektor Peter Betz stellten die konkrete Ausgestaltung des pädagogischen Konzepts und erste Erfahrungen der beiden Klassen im Gemeinschaftsschulmodus vor. Entscheidenden Anteil an den bisherigen positiven Erfahrungen sind die ergänzenden pädagogischen Maßnahmen wie Ganztagesbetrieb an drei oder vier Tagen, Lernzeiten, täglicher Mittagstisch, Schulsozialarbeit, Kernzeitbetreuung und Schülertreff. Ebenso bedeutend sind die außerschulischen Kooperationen: Mit dem Berufsschulzentrum auf dem Hardt an mehreren Nachmittagen im Hinblick auf ein frühzeitiges Kennenlernen der verschiedenen Berufe, dem Landesgymnasium für Hochbegabte für Lern- und Hausaufgabenunterstützung, dem Jugendtreff Ost mit Lernzeitbetreuung, pädagogischer Spielzeit und Betreuung bis 19:00 Uhr sowie vieler Schulpartnerschaften, zum Beispiel mit der Firma Kaufland. Ebenso viel versprechend seien die ersten Erfahrungen mit der Inklusion in Kooperation mit den Förderschulen. Es ist offensichtlich, dass ein solches individuelles, breitbandiges Spektrum an Aktivitäten ohne ein hohes Engagement aller Beteiligten nicht möglich ist, seien es Schulleitungsteam, Kollegium, Schulsozialarbeiterin und nicht zuletzt die Eltern, die z. B. den täglichen Mittagstisch ermöglichen oder die Mozartschule bei außerunterrichtlichen Aktionen unterstützen.

 

 

 

Voraussetzung für die genannten Aktivitäten und ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist das Ganztageskonzept. Der eigentliche Systemunterschied der Gemeinschaftsschule zum bisherigen Schulsystem ist die Möglichkeit in jedem Schulfach unabhängig eines anzustrebenden Bildungsabschlusses auf dem Niveau zu arbeiten, das dem Leistungsvermögen auf die Aufgabe bezogen entspricht. Die Lerngruppe ist immer die gleiche, ein Sitzenbleiben ist nicht möglich. Die Entscheidung über den Bildungsabschluss (alle Abschlüsse sind möglich) erfolgt individuell in Klasse 9 oder 10. Die Bewertung der Leistungen erfolgt  bis zum jeweiligen Abschluss über einen Lernentwicklungsbericht, der auf Wunsch durch Noten ergänzt werden kann.

 

 

 

Dr. Julia Frank sieht sich nach diesen Erfahrungen bestätigt, dass – vom Erfolg des Schülers her gedacht - jede Schule im Einvernehmen mit allen Beteiligten eine hohe Eigenverantwortung erhalten sollte, um ein auf die Spezifika ihrer Schülerschaft – insbesondere ihrer Sozialisation und ihrem sozialen Umfeld - angepasstes strukturelles und pädagogisches Konzept anbieten zu können. Das Budget an Lehrerwochenstunden muss zur Erfüllung dieses Konzeptes angemessen sein, Lehrerinnen und Lehrer sollte die Schule dann selbst auswählen können.

 

 

 

Das Pädagogische Konzept der Mozartschule als  Lernort und als Anlaufpunkt im Stadtbezirk dürfte sich auch bei der aktuellen Entwicklung des schulischen Angebots für Flüchtlingskinder und für Kinder von Asylbewerbern bewähren. Hier werden passgenaue Lösungen angestrebt, die für eine verlässliche Kontinuität des Bildungsangebots auch das Entstehen von persönlichen Bindungen zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern ermöglichen sollen. Die Erfahrungen aus dem integrativen Lernkonzept der Schule kommen in der äußerst heterogenen Gruppe der Vorbereitungsklasse deutlich zum Tragen.